Jonas Harper

Als Jonas vom Tod seiner Mutter erfährt, fliegt er sofort nach Hause. Dort angekommen erhält er eine Nachricht, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellt.

Verwirrt und überfordert macht er sich auf den Weg, sein neues Leben kennenzulernen.

Doch Glück und Leid liegen nah beieinander. Schnell wächst ihm alles über den Kopf. Nichts ist mehr so wie es war und nichts wird mehr sein, wenn er seine große Liebe verliert. Es scheint, als habe sich das Schicksal gegen ihn gestellt.

 

Leseprobe:

 

1 Schreckliche Nachrichten

 

JONAS

 

Unsanft wurde er an diesem Morgen aus dem Schlaf gerissen und war schon genervt, bevor dieser Scheißtag überhaupt begonnen hatte.

Nicht genug, dass er heute sowieso schon um sechs Uhr auf den Beinen sein musste, um zu einem Shooting und somit nach Barcelona zu fliegen. Nein, nun musste auch noch morgens um fünf Uhr das Handy klingeln, sodass er beinahe an einem Herzinfarkt starb.

Einen Moment lang drückte er sich das Kissen auf den Kopf, versuchte, das penetrante Klingeln zu ignorieren. Doch es wollte einfach keine Ruhe geben. Da hatte wohl jemand Interesse daran, dass er um seinen wohlverdienten Schlaf gebracht wurde.

Warum hatte er diese Nummer überhaupt jemandem gegeben?

Immerhin wussten alle, dass er die meiste Zeit unterwegs war und kaum Schlaf bekam, wenn er auf einem seiner Modeljobs war.

Da konnte man doch wenigstens ein bisschen Rücksicht erwarten, oder?

Auf der anderen Seite stellte er sich die Frage, wer überhaupt um diese Uhrzeit zum Telefon greifen würde, ohne, dass etwas Schlimmes passiert wäre. Normale Menschen schliefen um diese Uhrzeit - wenn sie nicht gerade Jonas Harper hießen und von einer Stadt zur nächsten mussten.

Manchmal wünschte er sich sein normales Leben zurück, auch, wenn das Modeln fantastische Vorteile mit sich brachte. Zum einen kam man unheimlich viel herum, lernte Land und Leute kennen, zum anderen war die Ausbeute seiner Bettgeschichten auch nicht zu verachten. Wenn man so aussah wie er, hatte man auch keine besonderen Probleme, den einen oder anderen Abend mal ein bisschen Druck abzulassen und Spaß zu haben.

Er sah wirklich verdammt gut aus und das wusste er auch, nutzte dies immer wieder aus. Ein blonder Sunnyboy mit kurzen Haaren, dazu meerblaue, strahlende Augen und ein Lächeln, das fast jeden Typen sofort zum Dahinschmelzen brachte.

Mit seinen 1,85 m war er recht groß und sein 75 kg schwerer, durchtrainierter, gebräunter Körper rundete das Bild perfekt ab.

Ja, er konnte so gut wie jeden haben und das nutzte er regelrecht aus. Für etwas anderes hatte er auch so gut wie keine Zeit.

Die Männer - und auch die Frauen - standen Schlange bei ihm. Wobei ihm das erste Geschlecht wesentlich lieber war. Zwar war er dem anderen nicht abgeneigt und auch Dreier zog er hin und wieder in Betracht, aber so wirklich war das nicht das, was er im Leben wollte.

Insgeheim sehnte er sich schon lange nach der großen Liebe. Aber wer wollte schon mit jemandem zusammen sein, der immer wieder lange Zeit am Stück unterwegs war, der keinen festen Wohnsitz hatte und den man sowieso nur ein paar Mal im Jahr zu Gesicht bekam?

Er war also ein hoffnungsloser Fall, zumindest war er immer wieder dieser Ansicht.

Genau deshalb hatte er beschlossen, die Suche nach der großen Liebe erst einmal einzustellen. Entweder sie lief ihm eines Tages von alleine über den Weg, oder er hatte eben Pech gehabt. Das ständige Suchen und darauf hoffen, dass ihm der Mann seines Lebens begegnen würde, brachte absolut gar nichts.

Nach geschlagenen zehn Minuten Dauerklingeln raffte er sich auf, um an sein blödes Handy zu gehen. Zum dritten Mal in Folge spielte dieses nun schon seinen dämlichen Klingelton ab.

Naja, so dämlich war der eigentlich gar nicht, denn er liebte diesen Song. 'Who I am' von Avion Roe - dieser Song begleitete ihn schon lange, er hatte ihn seit Ewigkeiten auf seinem Handy.

Mittlerweile schon wütend, drückte er auf den Annahmekopf, hielt sich kopfschüttelnd das Handy ans Ohr.

"Ja bitte?"

"Jonas? Ich bin es, dein Vater."

Mit einem Mal war er hellwach. Jetzt war ihm definitiv klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste, denn sein Vater hatte diese Nummer nicht.

Seit seinem Coming out vor acht Jahren hatte er kaum mehr etwas mit ihm zu tun. Wenn sie sich sahen, grüßten sie sich, das war es aber auch schon. Ihm wurde plötzlich verdammt mulmig zumute, er hatte überhaupt kein gutes Gefühl mehr.

"Dad ... ist etwas passiert?"

"Ja, das kann man wohl so sagen."

"Was ist denn los?"

"Deine Mutter hatte einen schweren Autounfall. Es wäre gut, wenn du so schnell wie möglich zurückkommen würdest."

Nun saß er im Bett, geschockt, er wusste nicht mehr, was er noch denken sollte.

"Was ist mit ihr? Geht es ihr gut? Dad, sag doch endlich was!"

"Deine Mutter ist tot, Jonas, schon seit ein paar Tagen. Die Beerdigung war gestern."

"Bitte was?" Das durfte doch nicht wahr sein! Seine Mutter war tot und er war nicht einmal bei ihrer Beerdigung gewesen? Was hatte sein Vater sich dabei nur wieder gedacht? "Und das erzählst du mir jetzt so nebenbei? Warum hast du sie ohne mich beerdigt, verdammt noch mal?"

Er war außer sich, konnte immer noch nicht glauben, was sein Vater ihm da gerade erzählte. Seine Mutter sollte tot sein. Das konnte unmöglich so sein ... er hatte sich nicht einmal mehr von ihr verabschieden können.

"Was glaubst du, was ich die ganzen Tage über versucht habe, Jonas?" Auch die Stimme seines Vaters wurde nun lauter, er war wütend. "Seit Tagen versuche ich nichts anders, als dich irgendwo zu erreichen. Aber es ist ja unmöglich, den schwer beschäftigten Herrn überhaupt zu finden. Du hinterlässt keine Nummer, keine Adresse ... Wie bitte hätte ich dich denn finden sollen?"

"Mum hatte diese Nummer."

"Ja, das habe ich vor etwa zehn Minuten auch bemerkt. Also, was ist jetzt? Kommst du hierher, oder lässt das dein voller Terminkalender etwa nicht zu?"

"Natürlich komme ich! Ich mache mich sofort auf den Weg." Er legte auf und im nächsten Moment realisierte er erst, was da überhaupt gerade passiert war. Seine Mutter war tot und sie hatten sie schon längst beerdigt.

Immer wieder ließ er sich den Satz seines Vaters durch den Kopf gehen und wünschte sich nichts mehr, als aus diesem Albtraum aufzuwachen und zu erkennen, dass dies alles nicht wahr war, sondern dass er es sich nur eingebildet hatte.

Wie in Trance stand er auf und begann, seine Sachen zusammenzusuchen.

Nur eine kleine Tasche packte er mit den nötigsten Sachen und nahm den Reisepass aus der untersten Schublade seines Nachttisches.

Er musste nach Hause und das so schnell wie möglich, er hätte schon viel eher da sein müssen.

 

"Jordan? Jordan, mach die Tür auf!" Völlig durcheinander klopfte er an die Tür seines Agenten und engsten Vertrauten, dieser musste ihn so schnell wie möglich zum Flughafen bringen. "Jordan! Verdammt noch mal, mach die Tür auf!"

Seine Stimme wurde immer lauter. Er war verzweifelt, wütend und traurig zugleich, hatte sich seit Ewigkeiten nicht mehr so unendlich schlecht gefühlt.

Gefühlte tausend Mal musste er gegen die Zimmertür klopfen, bevor Jordan schließlich öffnete und ihn böse ansah.

"Sag mal, weißt du eigentlich, wie spät es ist?", fragte er genervt.

"Zeit, mich so schnell wie möglich zum Flughafen zu bringen." Jonas schob sich ins Zimmer, schmiss seine Tasche auf den Boden. "Bitte Jordan, es ist wichtig."

"Ist etwas passiert?"

"Ja ... meine Mum ist vor ein paar Tagen gestorben."

"Vor ein paar Tagen?"

"Genau ... mein Dad konnte mich wohl nicht erreichen und ja … sie haben sie sogar schon beerdigt."

"Das ist ja schrecklich! Das tut mir sehr leid, Jonas."

"Also, kannst du mich fahren?"

"Sicher, ich zieh mir nur schnell noch etwas an, warte kurz."

Er nickte nur und Jordan verschwand im Nebenraum, um sich umzuziehen.

Seufzend ließ sich Jonas auf die Couch fallen, atmete erst einmal tief durch.

Er konnte das alles immer noch nicht so recht glauben, hatte er doch erst vor knapp zwei Wochen mit seiner Mutter telefoniert.

Er konnte und wollte nicht wahrhaben, dass sie nicht mehr da war.

Dass er sie nie, nie wieder in seine Arme schließen würde. Das alles würde er wahrscheinlich auch erst so richtig realisieren, wenn er wieder zu Hause war und sie ihn dort nicht herzlich in ihre Arme schließen würde. So hatte sie es immer getan, wenn er von seinen langen Reisen zurück nach Hause kam, um sie zu besuchen. Sie hatte sich immer so sehr auf ihn gefreut. Genauso sehr, wie er sich auf zu Hause gefreut hatte.

Allerdings sollte er jetzt erst einmal versuchen, das Thema zu verdrängen und es in sich zu verschließen, damit er sich auf die Reise konzentrieren und diese irgendwie überstehen konnte.

Doch sicher, ob ihm das auch wirklich gelingen würde, war er sich nicht. Zu sehr setzte ihm das Ganze zu, auch wenn er es nach außen hin nicht so zeigte. Seine Nerven waren am Ende und wenn er daran dachte, wie viele Stunden Flug er jetzt noch vor sich hatte, ließ ihn das immer mehr verzweifeln.

"So, ich bin fertig", kam es von Jordan, der plötzlich wieder im Raum stand.

"Danke, dass du dich so beeilt hast."

"Kein Thema. Wie geht es dir denn?"

"Wie soll es mir schon gehen? Ich habe vor ein paar Minuten erst erfahren, dass meine Mutter gestorben ist."

"Tut mir leid, ich wollte nur …"

"Ich weiß. Tut mir leid, aber ich bin gerade total durch den Wind."

"Verständlich, ich würde gerne etwas für dich tun …"

"Dann bring mich bitte zum Flughafen."

"Okay, dann los, komm."

 

Eine halbe Stunde später stand er am Flughafen und buchte den Flug in Richtung Heimat – Düsseldorf. Lange war er nicht mehr da gewesen, seit Sky nicht mehr dort war, gab es für ihn kaum mehr einen Grund, dorthin zurückzukehren. Eigentlich hatte er sich den Grund für seinen Besuch zu Hause auch ganz anders vorgestellt.

Er hatte keine Ahnung, wie er die nächsten zwölf Stunden überstehen sollte, ohne wahnsinnig zu werden. Er war so weit von zu Hause weg. Zu wissen, dass er erst in einigen Stunden wieder dort sein würde, zerriss ihn innerlich, und er hasste sich selbst dafür, jetzt nicht für seine Familie da sein zu können. Er wusste, dass ihm sein Vater die Vorwürfe nicht ersparen würde, und er würde ihm diese vollkommen zu Recht machen. Sein schlechtes Gewissen wuchs von Minute zu Minute und wenn er gekonnt hätte, dann hätte er die Zeit ein paar Tage zurückgedreht. Er hätte sich von seiner Mutter verabschieden und ihr sagen können, wie sehr er sie doch liebte. Doch dafür … dafür war es jetzt zu spät.

Seine Mutter war immer schon eine der wenigen Personen in seinem Leben gewesen, die ihm den nötigen Halt gegeben hatten, den er gebraucht hatte.

Gerade nach seinem Coming-out und dem ganzen Stress mit seinen Freunden war sie neben Sky, seiner besten Freundin, die Einzige gewesen, die immer zu ihm gehalten hatte.

Ganz im Gegenteil zu seinem Vater, der ihn nie so akzeptieren konnte, wie er wirklich war. Es gab oft Streit zwischen ihnen und er hatte jetzt schon ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, dass es bald noch schlimmer werden würde als jemals zuvor.

 

Während er auf den Check-in wartete, schrieb er Sky eine kurze Mail, um sie über den Tod seiner Mutter und die geänderten Pläne zu informieren. Telefonieren konnte er jetzt nicht mit ihr. Das alles war noch zu frisch, zu schmerzhaft. Als die Mail als versendet angezeigt wurde, schaltete er sein Telefon aus und ging zum Check-in-Schalter.

 

Als er Stunden später endlich am Flughafen in Düsseldorf ankam, bestellte er sich sofort ein Taxi in Richtung Heimat.

Der Flug war der Horror gewesen, nicht eine einzige Minute hatte er geschlafen, konnte sich nicht einmal ansatzweise entspannen. Jede einzelne Sekunde kreisten seine Gedanken um seine Mutter. Er hatte das Gefühl, je näher er der Heimat kam, umso schlimmer wurde seine Trauer. Es war einfach nur schrecklich.

Und als er dann vor dem Haus seiner Eltern stand, fühlte er sich noch hilfloser als vorher.

Der Gedanke daran, gleich seine Familie wiederzusehen, sollte Jonas eigentlich glücklich machen. Doch er wusste nur zu gut, was auf ihn zukommen würde. Wie sollte er da seinem Vater und vor allem seiner Schwester gegenübertreten?

 

Mit zittrigen Händen drückte er auf die Türklingel. Das Gefühl, ein schwerer Stein würde auf seinen Brustkorb drücken, erschwerte ihm zusehends das Atmen. Nervös biss er sich auf die Unterlippe, konnte diese Warterei kaum mehr ertragen.

Sein Herz raste, als ihm wenige Sekunden später seine Schwester die Tür öffnete.

Ihre Augen waren rot und geschwollen vom Weinen. Sie war verdammt blass und ihr schien es mindestens genauso schlecht zu gehen wie ihm selbst, was ihm einen weiteren Stich in sein Herz versetzte.

"Jonas …", bekam sie nur heraus.

"Hey Jacky …"

"Los, komm rein. Dad sitzt im Wohnzimmer."

Irgendwie war es schon komisch zwischen ihnen. Da auch ihr Verhältnis in den letzten Jahren nicht das Beste gewesen war, fühlte er sich gerade mehr als nur unwohl. Er wusste kaum, wie er sich verhalten sollte. Das alles hier fiel ihm so unendlich schwer.

"Wie geht es ihm denn?"

"Es geht so. Er vermisst sie schrecklich."

"Ich denke, das geht uns allen so."

"Und bei dir? Alles okay?"

"Ehrlich gesagt … nein." Mittlerweile stand er im Flur, hatte seine Tasche in die Ecke gestellt. "Der Anruf von Dad … ich fühle mich so verdammt mies, Jacky."

"Hey …" Sie ging zu ihm, nahm ihn tröstend in ihre Arme. "Wir reden nachher in Ruhe darüber, okay? Lass uns jetzt erst einmal zu Dad gehen."

Er nickte nur und sie gingen zusammen zu ihrem Vater.

Dieser saß wie ein Häufchen Elend auf der Couch und man sah ihm an, dass er total fertig war. Auch er hatte viel geweint, starrte ins Leere. Ein erneut zog sich Jonas′ Inneres zusammen und ließ ihn fast an seinem Kummer zerbrechen. Die Situation war für ihn unerträglich und seinen Vater so zu sehen, tat sein Übriges dabei.

"Hey Dad …", sagte er leise. Sofort ging dessen Blick zu Jonas, er sah nicht gerade erfreut aus.

"Dass du dich überhaupt noch hierher traust", knurrte er in einer Mischung aus Wut, Hass und Verzweiflung, die Jonas einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ.

"Du hast mich doch selbst darum gebeten, hierher zu kommen. Und vor allem …"

"Du hättest schon viel eher hier sein müssen und nicht erst jetzt! Aber nein, das tolle Supermodel hat ja andere Verpflichtungen als seine Familie. Da ist ja alles andere wichtiger als das hier. Und davon mal abgesehen, habe ich dich auch nur angerufen, weil deine Schwester darauf bestanden hat."

Sein Vater stand mittlerweile vor ihm, sah ihn mit strafendem Blick an.

Es tat ihm weh, dass sein Vater ihm diese Worte an den Kopf warf. Und doch wusste er insgeheim, dass er nicht Unrecht hatte. Wäre er doch nur öfter hier gewesen, dann wäre dass alles doch gar nicht erst passiert!

Auch Jacky stand nur hilflos im Raum, sah immer wieder von ihrem Bruder zu ihrem Vater und zurück. Sie fühlte sich anscheinend genauso unwohl, wie er es in diesem Moment tat.

Es dauerte nicht lange, da mischte sie sich in das Gespräch ein, versuchte, es in die richtige Richtung zu lenken.

"Wisst ihr was? Vielleicht sollten wir uns mal in Ruhe hinsetzen und Jonas erzählen, was überhaupt passiert ist. Er weiß doch so gut wie nichts über den Unfall."

"Und warum ist das so? Weil er sich seit Jahren einen Scheißdreck für seine Familie interessiert. Immer ging es nur um ihn, das hat sich doch bis heute nicht geändert."

"Das stimmt so nicht, Dad", kam es nun kleinlaut von ihm selbst. Das alles war gerade so verdammt unfair. Klar, er war in der letzten Zeit nicht oft hier gewesen, aber trotzdem ging ihm seine Familie über alles, das war schon immer so gewesen.

"Das stimmt nicht? Wann warst du das letzte Mal hier, Jonas? Das weißt du doch selbst nicht mehr. Hast du dich eigentlich auch nur einen Moment lang gefragt, wie sehr deine Mutter darunter gelitten hat?"

"Ich …"

Hilfesuchend wandte er sich an seine Schwester, die aber auch nur mit den Schultern zucken konnte. Was sollte er denn jetzt nur tun?

"Gut, das reicht mir als Antwort und jetzt mach, dass du mir aus den Augen kommst. Ich kann dich nicht mehr sehen."

"Aber Dad, ich …" Doch seine Schwester unterbrach ihn sofort.

"Komm, wir gehen nach oben und reden da in Ruhe."

Jacky sprach ihm gut zu. Er fühlte sich mittlerweile nur noch wie ein Schatten seiner selbst.

Im Grunde wusste er, dass sein Vater recht hatte und genau das tat ihm besonders weh. Er hatte seine Familie in den letzten Jahren mehr als nur vernachlässigt und das, obwohl sie ihm, genau wie seine Freunde, wichtiger war als alles andere. Doch dass eben genau diese in der letzten Zeit viel zu kurz gekommen war, hatte er überhaupt nicht so wirklich wahrgenommen.